Ausstellungskatalog, 1960

In ruhigen Fahrwassern

1961-1967

„Der Fördererkreis wurde mit seinen jährlich neuen Angeboten und Verlosungen zu einer festen Einrichtung. Er ist inzwischen auf 300 Mitglieder angewachsen. Er hat dem Künstlerbund zweifellos Nutzen gebracht, nicht nur wirtschaftlichen, sondern vor allem auch kommunikativen und ideellen Nutzen. Dass jedermann direkt vom Künstlerbund preiswerte Gegenwartskunst erwerben konnte und dabei als Förderer einer guten Sache diente, schuf und stärkte persönliche Beziehungen zum Bund, erschloss neue Interessentenkreise und weckte Interesse. Den Künstlern wurde eine zusätzliche Möglichkeit für jährliche Gruppenausstellungen in der Galerie Elitzer geschaffen. Nicht zuletzt zu erwähnen sind die fruchtbaren Impulse, die vom Fördererkreis für die Beschäftigung mit den grafischen Techniken ausgingen.

Auch die Behörden reagierten positiv. Die Stadt Saarbrücken stellte dem Künstlerbund den klassizistischen Pavillon im Echthelmeier-Park als grafische Werkstätte zur Verfügung, das Land half bei der Einrichtung. 1962 fand dort eine erste Grafikausstellung statt. Leider musste das lange erwünschte eigene Haus infolge zermürbender Widrigkeiten (Abgelegenheit, Einbrüche, Verwüstungen) schon bald wieder aufgegeben werden.

Die Ausstellungen im Kultusministerium konnten fortgesetzt werden, bis das seit längerem angestrebte Ziel, die Öffnung der Modernen Galerie des Saarland-Museums für die saarländischen Künstler erkämpft war. Voraus ging die mit taktischem Geschick arrangierte große Ausstellung »Malerei, Skulptur, Graphik aus dem Saarland« in der Pfalzgalerie Kaiserslautern vom 23. Februar bis zum 23. März 1969. Der damalige Direktor der Pfalzgalerie, Wilhelm Weber, der hier seinen saarländischen Landsleuten hilfreich zur Seite stand, formulierte im Katalog-. "Vielleicht kann diese Ausstellung dazu beitragen, dass endlich erkannt wird, wie reich die Erträge in den Werkstätten der Maler, Bildhauer und Graphiker im Saarland sind ..."
(Walter Schmeer, 60 Jahre Saarländischer Künstlerbund,1984)

„Auch das Janusgesicht der zwölften Ausstellung des saarländischen Künstlerbundes trägt die Züge gegenständlicher und nichtgegenständlicher Ausdrucksmöglichkeiten moderner Kunst. die Entscheidungsfreiheit zur künstlerischen Aussage, die jedem Stil ihre Chance lässt, führt zur notwendigen Doppelgesichtigkeit. wir fürchten nicht, eines dieser Gesichter zu verlieren, die Einladung zahlreicher Gäste zur diesjährigen Ausstellung dokumentiert die künstlerische Solidarität und die Intention des Bundes, regionale Grenzen und Vorurteile zu überwinden. unser Dank gilt allen zuständigen Stellen des Ministeriums für Kultus, Unterricht und Volksbildung, den Mitgliedern des Fördererkreises und allen, die zur Verwirklichung unserer Ausstellung beitrugen.“
(Vorwort, Ausstellungskatalog 1961)