wenn Krähen zählen... Gertrud Riethmüller und Thorsten Schmidt

Zeichnung, Installation und Mathematik,
in der Galerie im KuBa,
Vernissage: Freitag, 14. Oktober 2011, 19 Uhr,
Einführung: Dr. Andreas Bayer


Mit der Ausstellung „wenn Krähen zählen...“ zeigt die Galerie im KuBa die Ergebnisse einer ungewöhnlichen Zusammenarbeit der Medienkünstlerin Gertrud Riethmüller mit dem Mathematiker Thorsten Schmidt.
Raben und Krähen nehmen als Schicksalsvögel eine zentrale Rolle in Mythologie, Märchen sowie Volks- und Aberglauben ein. In den vorchristlichen Kulturen galt der Vogel als Symbol der Weisheit, begabt mit der Fähigkeit der Voraussehung. Apollon waren die Raben heilig, der nordische Gott Odin wurde begleitet von den beiden Raben Hugin und Munin, die ihm die Zukunft weissagten. Mit der Christianisierung wurde die positive Konnotierung der Rabenvögel ins Dämonische gewendet. Das Erscheinen von Raben und Krähen wurde als böses Omen angesehen, als Erscheinen des Totenvogels. Diese kulturhistorische Ambivalenz prägt auch heute noch die Wahrnehmung von Raben und Krähen. Als Metapher finden sie Eingang in Lyrik, Prosa, Filme und auch in die Bildende Kunst. Weiterhin gelten die Rabenvögel als hochintelligente, vorausplanende Tiere, deren mathematischer Mengenbegriff die Fähigkeit bis vier zu zählen umfasst.

Für die Ausstellung in der Galerie im KuBa hat die Künstlerin Gertrud Riethmüller eine eindrucksvolle Serie von Zeichnungen geschaffen, die in reduzierter Schwarz-Weiß-Gestaltung gleichermaßen zurückhaltend-sensibel wie auch dynamisch-eruptiv Situationsbeschreibungen formulieren und die Vögel in verschiedenen, emotionalisierenden Momentaufnahmen zeigen.
Ausgangspunkt der Ausstellungskonzeption ist das Fehlen der dritten, räumlichen Dimension in den Zeichnungen einerseits und das Angebot eines unendlichen Raumes in der Mathematik andererseits. Mit der Begegnung von Bildender Kunst und Mathematik treffen zwei Weltwahrnehmungs- und Welterklärungsmodelle aufeinander, das ästhetisch-sinnliche der Kunst und das rational-pragmatische der Mathematik.
Die Zeichnungen von Gertrud Riethmüller beschreiben den konkreten Bildgegenstand. Die von Thorsten Schmidt beigesteuerten mathematischen Formeln, die installativ die Bildmotive begleiten, beschreiben Formen, Hypothesen und Aussagen und Annahmen in einer Weise, die eine andere, von der Bildenden Kunst verschiedene Abbildhaftigkeit darstellt. So entsteht eine zunächst irritierende Parallelität von scheinbar unzusammenhängenden Darstellungsweisen, die dennoch von schlüssiger ästhetischer Logik sind.

Gertrud Riethmüller studierte Neue Künstlerische Medien an der Hochschule der Bildenden Künste Saar und hat in den vergangenen Jahren mit zahlreichen Einzelausstellungen und Performances auf sich aufmerksam gemacht. Sie war beteiligt an den Aufsehen erregenden internationalen Medienkunstprojekten „Virtual Mine“ und „Virtual Residency“ und gilt als eine der profiliertesten Medienkünstlerinnen der Region.
Dr. Thorsten Schmidt ist seit 2008 Professor für Finanzmathematik an der Technischen Universität Chemnitz. In seinem Forschungsschwerpunkt untersucht er Zins- und Kreditrisikomärkte. Neben der stochastischen Modellierung behandeln seine Arbeiten auch statistische Fragestellungen. Ebenso arbeitet er an der Anwendung von Stochastik und Statistik auf andere Forschungsgebiete, wie etwa Versicherungsmathematik oder medizinische Fragestellungen (Biostatistik).

Dauer der Ausstellung: 16. Oktober bis 13. November 2011
Öffnungszeiten: Di bis Fr 10 – 15 Uhr, Do und So 16 – 19 Uhr, Sa geschlossen
1. November, Allerheiligen, geschlossen
Am Donnerstag, 3. November, findet um 19 Uhr ein Galeriegespräch mit Gertrud Riethmüller statt.

KuBa
Kulturzentrum am EuroBahnhof e.V.
Quartier Eurobahnhof
Lützelbachstr. 1
66113 Saarbrücken
 
T 0681 – 959 1200 / -1202
F 0681 – 959 1203
 
info@kuba-sb.de
www.kuba-sb.de

«« zurück